Dienstag, 23. Januar 2018

[Rezension] Feuerkind - Stephen King

Titel: Feuerkind
Autor:  Stephen King
Genre: Roman, Horror
Erscheinungsdatum: 1984
Anzahl der Seiten: 480
Cover und Inhaltsangabe © Bastei Lübbe




"Charlie ist acht Jahre alt und das süßeste, unwiderstehlichste kleine Mädchen, das man sich vorstellen kann. Sie ist alles, was sich ein stolzer Vater wie Andy McGhee wünschen könnte und mehr, als er sich in seinen schlimmsten Träumen ausmalt. Denn Charlie ist das Feuerkind, geboren aus einem unverantwortlichen Experiment. Ihre Gedanken können töten. Ihre Augen bringen das flammende Inferno.Kann Andy seine Tochter retten? Vor dem Geheimdienst, der sie jagt, vor skupellosen Politikern, die sie als Waffe mißbrauchen wollen, vor sich selbst?"




Wieder mal stand ein Buch von Stephen King auf den Plan, das ich schon länger einmal lesen wollte, dass aber noch gar nicht direkt auf dem Plan stand. Da kam die Leserunde bei Nicole von Zeit für neue Genres gerade recht und so war "Feuerkind" mein erstes King-Buch im neuen Jahr!

Seinen Stil finde ich nach wie vor einzigartig. Schon auf den ersten Seiten legt er ein gewaltiges Tempo vor und der Aufbau der Kapitel hat mir auch zugesagt. Die Sichtweisen wechseln sich ab, mal haben wir hier unseren Protagonisten Andy, der mit seiner Tochter auf der Flucht ist und mal die Organisation, die sie jagt.




- Andy -

Obwohl es in dem Buch um seine kleine Tochter Charlie geht, die das "Feuerkind" ist, also Pyrokinese beherrscht, steht Andy doch im Fokus des ganzen Geschehens, ist er doch für sein kleines Mädchen verantwortlich.

Er besitzt selbst eine Gabe/Fähigkeit, die durch ein schreckliches Experiment hervorgerufen wurde. Als Student hat er daran teilgenommen und jetzt ist sein ganzes Leben zerstört. Die meisten der Teilnehmer des Experiments sind nämlich längst tot ...

Andys Geschichte war auf jeden Fall interessant, auch wenn ich zugeben muss, dass ich gehofft hätte, das Geschehen viel öfter aus Charlies Sicht zu erfahren. Dass Stephen King die kindlichen Sichtweisen meisterhaft beherrscht, hat er ja schon in anderen Büchern bewiesen, schade, dass es hier viel zu wenig Abschnitte aus Charlies Sicht gibt!

- Charlie -

Charlie steht wie gesagt im Zentrum des Ganzen. Ihre Fähigkeit, die wohl gleichzeitig ein Fluch ist, war wahnsinnig faszinierend, aber auch erschreckend zugleich. Feuer ist sowieso etwas, das mir angst macht und zu Beginn der Geschichte kann Charlie dieses auch noch nicht so recht kontrollieren.

Charlie selbst tat mir furchtbar leid. Sie ist ein kleines Mädchen, das kein normales Leben führen darf, weil sie anders ist als andere Kinder. Das tat mir beim Lesen wirklich weh, denn sie ist seit ihrer Geburt doch mit dieser Pyrokinese gestraft, die sie nicht einmal richtig kontrollieren kann. Ihre Angst, Menschen zu verletzen, ist ihr ständiger Wegbegleiter und teilweise kam sie mir furchtbar reif und erwachsen vor.




Den Anfang von "Feuerkind" hat Stephen King hier bereits sehr spannend gestaltet. Wir sind mit Andy und Charlie auf der Flucht vor einer Organisation, die sich "die Firma" nennt. Die beiden sind ohne Geld unterwegs, haben nur ihre Fähigkeit und müssen sie weise einsetzen, um am Leben zu bleiben. Andy geht dabei an seine Grenzen und Charlie agiert dabei fast als seine Beschützerin.

Ich fand dieses Vater-Tochter-Gespann hier wirklich interessant und absolut fesselnd fand ich, dass nach und nach die Vorgeschichte aufgearbeitet wird. Wir erfahren mehr über das Experiment, mehr über den Beginn der Flucht und natürlich auch mehr über Charlie und ihre Fähigkeiten.

Etwas schade fand ich, dass Charlie zwar im Mittelpunkt des Geschehens steht, aber Andy der wahre Protagonist ist. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, mehr aus der Sicht unseres "Feuerkinds" zu erfahren.

Ab der Hälfte hat sich die Geschichte für mich auch gewandelt. So interessant ich die Abschnitte aus der Sicht der "Firma" auch fand, so sehr habe ich mir stellenweise auch gewünscht, lieber mehr über Andy und Charlie zu erfahren. Die Organisation ist auf jeden Fall kaltblütig, allerdings ist sie meiner Meinung nach nicht so gut organisiert, wie es auf den ersten Blick scheint ... Sie begehen doch einige Fehler, die mir teilweise furchtbar schwach vorkamen ...

Das Ende der Flucht hat auch meinen Lesefluß etwas zerstört. Die Abwechslung über den Schauplatzwechsel konnte ich nicht direkt genießen, denn hier wurde die Geschichte für mich zu typisch. Das Ende lief mir (und auch den anderen Leserunde-Teilnehmern) dann auch viel zu schnell ab. Ein Ausgang konnte zwar überraschen, doch die letzten Seiten wirkten zu kurz und wurden der restlichen Geschichte nicht gerecht ...




"Feuerkind" war für mich ein eher schwächerer Roman von King. Den Anfang fand ich stark, doch ab dem Schauplatzwechsel ging es für mich bergab. Die Abschnitte aus der Sicht der "Firma" fand ich spannend, aber ich hätte mir gewünscht, noch viel mehr aus der Sicht von Charlie zu erfahren. Das Ende war zwar in einem Punkt überraschend, doch letztendlich hat es für mich die Geschichte auch etwas zerstört, da es viel zu kurz war ...


Montag, 22. Januar 2018

[Rezension] Magic Circle (Band 3), Hilferuf aus dem Jenseits - Isobel Bird

Titel: Magic Circle (Band 3), Hilferuf aus dem Jenseits
Autor:  Isobel Bird
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsdatum: Juli 2001
Anzahl der Seiten: 256
Cover und Inhaltsangabe © Schneider Buch



"Cooper hat mysteriöse Visionen von einem toten Mädchen. Es bittet sie, die Polizei zu seiner Leiche zu fahren und ihr bei der Suche nach seinem Mörder zu helfen. Mithilfe von Annie und Kate versucht Cooper dem Täter auf die Spur zu kommen, ohne zu ahnen, dass sie sich damit selbst in tödliche Gefahr bringt. Doch dann nimmt das tote Mädchen noch einmal Kontakt mit ihr auf..."




Direkt nach dem Lesen des zweiten Teils hatte ich auch schon den dritten in der Hand, denn die Reihe, rund um die drei Nachwuchshexen Kate, Annie und Cooper begeistert mich momentan total. Besonders gefreut hat mich die Tatsache, dass wir hier endlich Cooper begleiten und mehr über sie und ihr Leben erfahren.

Auf den ersten Seiten wird hier auch klar, dass dieser Teil definitiv düsterer als seine Vorgänger ist. Für mich hat sich der Schreibstil der Autorin in diesem Band enorm gesteigert, die ganze Stimmung dieser Geschichte ist unheimlich und mysteriös und stellenweise liest sich das Buch wie ein Jugendthriller.




- Cooper -

Endlich! Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass dieses Mal Cooper im Mittelpunkt der Handlung steht. Wir erfahren mehr über sie und ihr Leben. Überrascht war ich besonders, was für tolle Eltern sie hat, denn irgendwie habe ich erwartet, dass sie durch ihre verrückte Art eher aus zerrütteten Verhältnissen kommt.

Cooper ist aber auf jeden Fall mein Liebling von den drei Hexen. Sie ist etwas durchgeknallt, wirkt manchmal recht forsch und abweisend, hat ihr Herz aber auf dem rechten Fleck. Das beweist auch diese Geschichte, in der sie plötzlich Visionen eines toten Mädchens bekommt und alles daran setzt, ihr zu helfen.




Das Buch startet bereits mit einer von Coopers Visionen, wodurch ich sofort von der Geschichte gefesselt war. Schnell wird klar, dass ein Mädchen an der Schule vermisst wird. Elisabeth Sanger war ein ehr zurückhaltendes Mädchen, das scheinbar nicht viele Freunde hat. Schnell kursieren die wildesten Gerüchte und eine nervige Journalistin belagert die Schule.

Cooper selbst bereift erst einmal gar nicht, dass es bei ihren Visionen um Elisabeth geht. In dem Zirkel aus dem letzten Band muss sie erst einmal lernen, die Kontrolle darüber zu erlangen. Interessant fand ich hier, dass die Autorin auch einmal eine andere Seite der Magie aufzeigt. Es gab nämlich schon einige Mord- und Vermisstenfälle, die nur Dank eines Mediums oder eines Parapsychologen aufgeklärt wurden.

Ich finde diese Seite der Magie furchtbar spannend und da ich eh an Geister glaube, konnte ich mich gut auf die Geschichte einlassen. Der Mordfall steht definitiv im Zentrum des Geschehens und Cooper und ihre Freundinnen setzen alles daran, den Mörder zu finden.

Bis zur letzten Seite war das Buch ungemein spannend und auch die Auflösung hat mir gut gefallen, auch wenn sie eingefleischte Thrillerleser wohl nicht vom Hocker reißen wird. Alles fügt sich aber zusammen und ich muss sagen, dass mir dieser Teil aufgrund seiner düsteren Stimmung bis jetzt am besten gefallen hat!



Endlich lernen wir Cooper näher kennen, die in diesem sehr düsteren Teil von einem Geist kontaktiert wird! Die Geschichte ist durchwegs spannend und weißt eine interessante Thematik auf. Wer an Magie und Geister glaubt, sollte sich diese Buchreihe unbedingt mal näher anschauen!

Samstag, 20. Januar 2018

[Rezension] 13 Stufen - Kazuaki Takano

Titel: 13 Stufen
Autor:  Kazuaki Takano
Genre: Roman, Krimi
Erscheinungsdatum: 13. November 2017
Anzahl der Seiten: 400
Cover und Inhaltsangabe © Penguin Verlag




"Ein unschuldig wegen Mordes zum Tod Verurteilter soll hingerichtet werden. Der ehemalige Gefängnisaufseher Nangō und der auf Bewährung entlassene Jun'ichi erhalten den Auftrag, den wahren Täter zu finden. Für das ungleiche Ermittlerduo beginnt damit nicht nur ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit, sondern beide müssen sich auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen."




Lange ist es her, dass ich zum letzten Mal zu einem japanischen Buch gegriffen habe. Ich habe immer das Gefühl, etwas Probleme mit den Namen und Orten/Begebenheiten zu haben, finde die Kultur aber wahnsinnig interessant. Auf "13 Stufen" von Kazuaki Takano bin ich ganz zufällig gestoßen und besonders die Thematik der Todesstrafe hat mich hier direkt angesprochen.

Schon nach dem ersten Seiten wurde mir klar, dass "13 Stufen" eine ganz eigene Atmosphäre besitzt und komplett anders aufgebaut ist, als beispielsweise amerikanische oder deutsche Romane. Das Buch besitzt einen ungemeinen Sog, obwohl Kazuaki Takanos Schreibstil sehr ruhig ist. Vielleicht war es aber gerade die Ruhe, die mich so begeistern konnte. Er lässt sich viel Zeit, seine Charaktere zu beschreiben und schafft es, viele kritische Sichtweisen zu kombinieren.

Natürlich unterscheidet sich die Kultur Japans deutlich von unserer, aber genau das macht den Roman so interessant. Er ist emotional, obwohl viele Charaktere ihre Gefühle größtenteils verborgen halten und er geht in eine Tiefe, die den Leser zwingt, sich selbst ein Urteil zu bilden!



- Jun`ichi -

Erst einmal lernen wir Jun'ichi kennen, der gerade auf Bewährung aus dem Gefängnis kommt. Er hat einen Mann umgebracht, allerdings kann man die Tat hier mehr oder weniger als Notwehr betrachten.

Er war selbst nur zwei Jahren im Gefängnis, hat durch die Zeit aber schon einige Schattenseiten des Justizsystems erfahren. Innerlich bereut er die Tat eigentlich nicht und es scheint, dass er auch etwas mit dem Mord zu tun hat, der vor 10 Jahren geschah. Nur was?

Als Jun'ichi wieder draußen ist, wird klar, dass das Leben sich auch für seine Eltern verändert hat. Schrecklich zu sehen war hier, dass diese eine Tat dunkle Schatten auf das Leben der ganzen Familie gezogen hat. Einerseits sehen sie sich mit den relativ negativen Meinungen der Gesellschaft konfrontiert, andererseits haben sie auch finanziell einen großen Schaden davongetragen, denn sie mussten Schadenersatz an die Familie des Opfers zahlen.

Jun'ichi fühlt sich selbst schuldig und das ist wohl der Grund, warum er den recht sonderbaren Auftrag annimmt, den wahren Täter hinter einem Mord zu suchen, für den anscheinend gerade jemand in der Todeszelle sitzt.

- Nangó -

Auf der anderen Seite haben wir hier Nangō, einen Gefängnisaufseher, der schon lange mitbekommen hat, dass das System nicht auf Gerechtigkeit beruht. Er findet heraus, dass Jun'ichi damals, zur Zeit des Mordes, ebenfalls in dem Ort des Geschehens war. Zufall?

Durch einen anonymen Auftraggeber bekommt er die Aufgabe, den wahren Täter zu suchen, denn bei dem Mord von damals gibt es so manche Ungereimtheiten. Zusammen mit Jun'ichi bildet er hier ein recht ungewöhnliches, aber dennoch sehr erfrischendes Ermittlerduo.




Über die Todesstrafe, die es noch in vielen Ländern dieses Welt gibt, zu diskutieren, führt wohl zu den unterschiedlichsten Meinungen. Ist es angemessen Gleiches mit Gleichem zu vergelten? Dürfen wir Menschen wirklich Gott spielen, nur um eine Straftat zu vergelten? Und was ist mit jenen, die vielleicht unschuldig in solch einer Todeszelle sitzen?

Kazuaki Takano beschäftigt sich mit diesen Fragen in dieser Geschichte, die teilweise ein Roman, teilweise Krimi und zum Teil sogar ein Drama ist. Kritisch betrachtet er dabei das Justizsystems Japans, das definitiv nicht fehlerfrei funktioniert. Das beweißt der Fall rund um den Mord an einem älteren Ehepaar, der eigentlich nie ganz aufgeklärt wurde. Tatsache ist nur, dass Ryó Kihara in der Nähe des Tatorts gefunden wurde, allerdings mit einer Kopfverletzung, die eine Amnesie hervorgerufen hat. Er kann sich an die Tat also nicht erinnern ...

Sollte also jemand, der sich an einen angeblichen Mord nicht erinnern kann, einfach hingerichtet werden? Wenn es nach dem japanischen Gericht geht, dann schon. Seit sieben Jahren sitzt Ryō Kihara jetzt in der Todeszelle und weiß, dass er irgendwann, wenn 13 Beamte seiner Hinrichtung zugestimmt haben, sterben wird ...

Dies ist das erschreckende Ausgangsszenario dieses Buches. Der Fall wird 10 Jahre später jetzt noch einmal aufgerollt - von einem anonymen Auftraggeber, der hier auch noch ein recht ungleiches "Ermittlerduo" einsetzt. Auf der einen Seite haben wir den Gefängnisaufseher Nangō, der das Justizsystem damit kennt, auf der anderen Seite ist es Jun'ichi, der selbst ein Mörder ist, also selbst an eigenem Leben zu spüren bekam, wie das System versucht, für Recht und Ordnung zu sorgen. Dieses Gespann hat mir sehr gut gefallen, weil beide unterschiedliche Blickwinkel mit in die Ermittlungen bringen.

Die Geschichte ist von Anfang an fesselnd und wirft unzählige Fragen auf, zum Beispiel, warum Jun'ichi selbst damals im selben Ort war, als der Mord geschah. Es gibt sehr viele Spuren, denen die beiden im Laufe der Geschichte nachgehen - genauso viele Vermutungen und auch Tatverdächtige tun sich auf. Wer hier allerdings einen waschechten Thriller oder Krimi erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Lange Zeit, ich würde sagen fast die Hälfte des Buches, verläuft die Geschichte sehr ruhig, viele falsche Fährten tun sich auf und es gibt sehr wenig greifbare Hinweise.

Zugegeben: Manche Schlussfolgerungen waren für mich nicht nachvollziehbar und an einigen Ecken fehlte es mir an eine gewisse Logik bei den Ermittlungen, aber das konnte ich diesem Buch verzeihen.

Während Nangō und Jun'ichi kaum Fortschritte machen, erfährt der Leser mehr über die Hintergründe der Todesstrafe und betrachtet sie aus den verschiedensten Blickwinkeln, was mir absolut gut gefallen hat, auch wenn die Aufklärung des Mordfalls etwas in den Hinterrund gerückt wurde. Der Autor lässt sich hier viel Zeit und geht kritisch, aber auch offen, mit den verschiedensten Meinungen um, ohne direkt in eine Richtung zu drängen!

Das Ende liest sich beinahe wie ein Thriller, alles deckt sich hier erst auf und es ist ungemein spannend. Alles fügt sich zusammen und mich hat die letztendliche Auflösung komplett überzeugt, ja ich hatte sogar teilweise eine Gänsehaut. Hier hat der Autor definitiv die richtigen Worte gefunden, um das Buch noch lange nachhallen zu lassen!




"13 Stufen" ist ein ungemein interessanter und kritischer Roman, der ganz leicht eine Krimi- beziehungsweise Thrillerrichtung einschlägt, mich aber besonders durch die Charaktere, die vielen Blickwinkel zur Todesstrafe und dem Gänsehaut-Ende begeistern konnte. Ein sehr wichtiges Buch!







Freitag, 19. Januar 2018

[Rezension] Magic Circle (Band 2), Geheimnisvolle Offenbarung - Isobel Bird

Titel: Magic Circle (Band 2), Geheimnisvolle Offenbarung 
Autor:  Isobel Bird
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsdatum: Juli 2001
Anzahl der Seiten: 256
Cover und Inhaltsangabe © Schneider Buch


"Kate, Annie und Cooper haben sich entschlossen, tiefer in die geheimnisvolle Welt der Magie einzudringen. Im Hexenzirkel bereiten sie sich auf die Aufnahme in den Magiekurs vor. Kate, die bisher mit ihrem Freund Scott überglücklich war, spürt auf einmal eine unerklärliche Unruhe in sich. Und zwar immer dann, wenn Tyler, ein Junge aus dem Hexenzirkel, sie mit seinen unergründlichen Goldaugen anschaut. Kann sie dieser Magie widerstehen?"




Nachdem ich im letzten Jahr bereits den ersten Teil der "Magic Circle" - Reihe gelesen habe und wirklich positiv überrascht über die Geschichte und den Bezug zur echten weißen Magie war, mussten natürlich auch die restlichen Bände her. Auf deutsch sind neun Teile erschienen und ich werde sie euch hier nach und nach vorstellen.

Auch der zweite Band ist natürlich wieder sehr Jugendlich gehalten. Aus der Sicht von Kate erfahren wir, wie es mit den drei "Neu-Hexen" weitergeht und vor allem auch, was aus ihrer Beziehung zu Scott wurde. Interessant ist hier, dass die Geschichte die typischen Teenagerprobleme anspricht, zeitgleich aber einen tollen Einblick in die Welt der Magie gibt.




- Kate -

Kate kennen wir ja schon aus dem ersten Teil. Ihr Liebeszauber hat ja für ein großes Chaos in ihrem Leben geführt, aber auch eine Freundschaft zu Annie und Cooper hervorgebracht.

Im Zentrum dieses Teils steht auf jeden Fall Kate und ihre Beziehung zu Scott, die ich teilweise nicht ganz so gut nachvollziehen kann. Auch Kate selbst hat ein paar Sympathien verloren, vor allem, da das, was sie und Scott verbindet, doch recht oberflächlich ist!

- Sascha -

Sascha ist ein Mädchen, das neu in die Stadt kommt und auch Magie ausüben möchte - allerdings vielleicht aus dem falschen Gründen. Sie ist noch recht unreif, doch sie hat eine ganz eigene Hintergrundgeschichte, die mich wirklich überrascht hat. Ich muss sagen, dass ich hier wohl auch viel zu vorschnell geurteilt habe, denn für mich ging ihre Art zu Beginn überhaupt nicht. Das Buch zeigt aber mal wieder, das unter der Oberfläche noch so viel verborgen liegt ...




Der zweite Teil von "Magic Circle" hat mich genau wie der erste wieder toll unterhalten und mich in meine Jugend zurückkatapultiert. Das Thema Magie finde ich hier gut umgesetzt, vor allem, da es hier um "echte" Rituale geht und es somit einen guten Einblick in das Wiccatum und besonders in die weiße Magie gibt.

Natürlich spricht die Autorin hier auch wieder die Gefahren der Magie an, denn schließlich kommt alles, was man aussendet, drei Mal so stark zurück. Das mussten ja unsere drei Nachwuchshexen bereits im ersten Teil lernen. In "Geheimnisvolle Offenbarung" nehmen die Freundinnen deswegen erst einmal an einen Magie-Grundkurs teil, lernen andere Gleichgesinnte kennen und bereiten sich gemeinsam auf ein Jahr voller Magie zu.

Toll fand ich, dass hier die Hintergründe der Magie nähergebracht werden. Es geht nicht darum, sich einen Vorteil zu verschaffen oder gar Böses anzurichten, sondern sein Leben mithilfe der Magie in Einklang zu bringen. Ich muss sagen, dass ich allein durchs Lesen dieser Geschichte wieder total Lust bekommen habe, selbst einmal ein Ritual auszuprobieren.

Natürlich beinhaltet das Buch auch wieder eine Liebesgeschichte. Zum einen haben wir wieder Kate und Scott, die hier eine wahre Achterbahnfahrt erleben. Zum anderen haben wir dann noch einen geheimnisvollen Jungen mit goldenen Augen, der auch Teil des Zirkels ist. Jugendliche werden hier mit Sicherheit ihren Spaß haben!

Mir gefällt die Reihe nach wie vor sehr gut, aber einen großen Wunsch hätte ich doch: Ich würde gerne mehr über Annie und Cooper erfahren. Besonders die durchgeknallte Cooper finde ich wahnsinnig interessant und ich hoffe, dass sie in einem der nächsten Bände einmal im Zentrum des Geschehens steht!




Auch der zweite Band konnte mich durch die vielen Fakten zum Thema "weiße Magie" wieder absolut überzeugen! Wir nehmen mit Kate, Annie und Cooper an einem Frühlingsritual teil und bekommen die Grundlagen der Magie gelehrt. Nur die Liebesgeschichte kommt mir als Erwachsener leider furchtbar oberflächlich vor, ist aber objektiv betrachtet wohl absolut passend für ein Jugendbuch ... Ich hoffe nur, im nächsten Band endlich mehr über Annie und Cooper zu erfahren!

Mittwoch, 17. Januar 2018

[Rezension] Mr. Monster (Band 2) - Dan Wells

Titel: Mr. Monster
Autor:  Dan Wells
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2010
Anzahl der Seiten: 400
Cover und Inhaltsangabe © Piper

Achtung! Band 2 einer Reihe! Rezension enthält Spoiler!




"Mein Name ist John Cleaver. Ich bin 16 Jahre alt und lebe in Clayton County. Ich habe eine Mutter, eine Schwester und eine Tante. Ich mag lesen, kochen und ein Mädchen namens Brooke. Ich möchte das Richtige tun, um jeden Preis. Ich möchte ein guter Mensch sein. Doch das ist nur die eine Hälfte von mir. Mein Name ist Mr. Monster. Ich weise alle Anzeichen eines Serienkillers auf. Ich phantasiere über Feuer, Gewalt und Tod. Im Beisein von Toten fühle ich mich wohler als in der Nähe der Lebenden. Ich habe einen Dämon besiegt. Doch es gibt viele Dämonen da draußen. Und jeden Tag verspüre ich den Drang, erneut zu töten."




Nachdem ich euch vor ein paar Tagen "Bluescreen" von Dan Wells vorgestellt habe, geht es nun direkt mit "Mr. Monster" weiter. Beide Bücher habe ich zur selben Zeit gelesen, obwohl ich sagen muss, dass gerade beim Schreibstil Welten zwischen beiden Geschichten liegen.

Die "Ich-Perspektive" hat mir hier schon im ersten Teil gefallen, denn sie schafft jene Nähe, die bei "Bluescreen" leider komplett gefehlt hat. Als Autor weiß ich, wie schwer die "Ich-Perspektive" ist, weswegen ich Dan Wells Schreibstil hier absolut brilliant fand. Er hat es geschafft, einen Jungen, der eine dunkle, ja gar böse Seite besitzt, sehr sympathisch erscheinen zu lassen. Als Leser freunden wir uns mit John Wayne Cleaver an, nehmen an seiner recht vertörenden Gedankenwelt teil und können dennoch Verständnis für ihn aufbringen!




- John Wayne Cleaver -

Hach, habe ich in meiner letzten Rezension schon erwähnt, wie interessant ich John finde? Er ist kein normaler Junge, denn in ihm schlummert eine dunkle Seite, die er aber um jeden Preis verdrängen will. John Wayne möchte nämlich noch immer kein Serienkiller sein!

Toll an diesem Band fand ich, dass er merkt, dass er auch dazugehören kann. Da ist zum Beispiel Brooke, die er ja schon im ersten Teil recht anziehend findet. In dieser Geschichte kommt er ihr näher und es ist spannend zu sehen, dass er sich teilweise auch wie ein "normaler" Jugendlicher fühlen kann. Er schafft es, das Monster in ihm, im Zaum zu halten.




Nachdem der erste Teil durch die Mischung von Thriller und Paranormalen für mich bereits ein echtes Highlight war, musste ich auch direkt den zweiten Teil lesen. Die Geschichte spielt direkt nach den Geschehnissen des ersten Teils. Der "Clayton-Killer" ist verschwunden, auch wenn John natürlich weiß, was wirklich mit ihm passiert ist.

John Wayne versucht erst einmal, normal zu sein. Das ist aber schwerer als gedacht. Seine Mutter möchte mit ihm über die Vorkommnisse nicht sprechen und hat klare Regeln aufgestellt, die verhindern sollen, dass John die Kontrolle verliert. Lauren, Johns Schwester, bringt einen neuen Kerl mit zu einem Familienessen, was sich als harte Probe entpuppt. Curt ist nämlich nicht unbedingt der Freund, den sich eine Mutter für ihre Tochter wünscht ...

Johns Famillienleben ist also mal wieder recht kompliziert, hinzu kommt, dass sich Brooke scheinbar für John interessiert und so kommt es zu einem Date zwischen den beiden. Dies fand ich besonders interessant, da John hier zeigt, wie stark er ist. Er will niemanden verletzten, obwohl der Drang in ihm immer stärker wird.

Natürlich taucht auch wieder ein Serienmörder in Clayton auf. Es werden mehrere Leichen gefunden, doch John kommt dieses Mal nicht dazu, echte Nachforschungen anzustellen, denn der "Killer" scheint es wieder auf ihn abgesehen zu haben. Für meinen Geschmack ging alles hier etwas zu schnell, auch wenn ich die Auflösung, was die Identität des Mörders betrifft, wieder einmal absolut überraschend fand. Ich hätte mit einer ganz anderen Person gerechnet.

Das Ende fand ich dann auf jeden Fall wieder sehr fesselnd, allerdings muss ich sagen, dass mir manche Dinge einfach zu schnell gingen. Gerade was den großen Showdown am Ende angelangt, hätte ich mir noch etwas mehr Spannung gewünscht. Meiner Meinung hätte die Geschichte hier noch gut 100 Seiten länge sein können!




Der zweite Band der Reihe rund um John Wayne Cleaver konnte mich auf jeden Fall wieder überzeugen. Die Mischung aus Thriller und Paranormalen finde ich absolut toll, nur hätte in "Mr. Monster" der große Showdown gerne etwas länger sein dürfen. Alles wirkt auf den letzten 100 Seiten recht schnell abgearbeitet! Dennoch kann ich das Buch empfehlen, auch wenn ich den ersten Teil etwas stärker fand!

Montag, 15. Januar 2018

[Rezension] Bluescreen (Ein Mirador-Roman) - Dan Wells

Titel: Bluescreen
Autor:  Dan Wells
Genre: Roman, Sci-Fi
Erscheinungsdatum: 4. Oktober 2016
Anzahl der Seiten: 368
Cover und Inhaltsangabe © Piper


" Los Angeles im Jahr 2050 ist eine Stadt, in der du tun und lassen kannst, was du willst – solange du vernetzt bist. Durch das Djinni, ein Implantat direkt in deinem Kopf, bist du 24 Stunden am Tag online. Für die Menschen ist das wie Sauerstoff zum Leben – auch für die junge Marisa. Sie wohnt im Stadtteil Mirador, doch ihre wirkliche Welt ist das Netz. Und sie findet heraus, dass darin ein dunkler Feind lauert. Als sie an die virtuelle Droge Bluescreen gerät, die Jugendlichen einen sicheren Rausch verspricht, stößt Marisa auf eine Verschwörung, die größer ist, als sie je ahnen könnte ..."




Nachdem ich vor kurzem in "Ich bin kein Serienkiller" von Dan Wells ein echtes Highlight gefunden habe, bin ich auf der Suche nach anderen Büchern von ihm auf "Bluescreen" gestoßen. In erster Linie hörte sich der Roman für mich hier nach einer interessanten Dystopie an, also habe ich dieses Buch zeitgleich mit "Mr. Monster", ebenfalls von Dan Wells gelesen.

Überrascht hat mich erst einmal der Schreibstil: In "Bluescreen" verfolgen wir das Geschehen aus der dritten Person, was ich erst einmal schade fand. Bei "Ich bin kein Serienkiller" hat mir besonders die Nähe durch die "Ich-Perspektive" gefallen. Das war hier nun nicht gegeben.

Ich muss sagen, dass ich Dan Wells Stil hier nicht wiedererkannt habe und leicht enttäuscht war, wie zäh sich die Geschichte doch angefühlt hat und wie langsam sie in Fahrt kam. Ich denke, dass dies vorwiegend an der Beschreibung der Welt lag und an den vielen technischen Begriffen ...




- Marissa -

Es fällt mir hier etwas schwer, einzelne Charaktere zu beschreiben, da mir niemand so richtig nah kam. Marisa ist aber unsere Protagonistin, sie ist praktisch die Heldin dieses Romans.

Natürlich ist sie eine begnadete Hackerin und hier fing auch schon mein Problem mit ihr an: Ich konnte teilweise gar nicht so recht nachvollziehen, was sie in dieser "virtuellen Welt" alles tut, da mir hier einfach das Hintergrundwissen gefehlt hat.

Auch war sie mir teilweise zu perfekt, zu geradlinig und daher auch etwas zu eindimensional. Das ganze Buch beschäftigt sich nur mit der Droge und dem Herausfinden, was jetzt genau dahinter steckt und Marisa begibt sich sozusagen auf die Suche nach Antworten. Auch die Abschnitte, in denen sie "Overworld" spielt und das natürlich absolut perfekt, konnten mich nicht vom Hocker reißen.




Ich muss zugeben, dass ich bei "Bluescreen" in erster Linie eine Dystopie erwartet habe, was vermutlich hier ein großer Fehler war, denn schon nach den ersten Seiten war ich maßlos überfordert. Statt auf eine interessante Zukunftskritik zu treffen, nehmen wir erst einmal an einem Online-Spiel teil, das sich als normales Ballerspiel entpuppt. Als wir dann aber in die "echte" Welt katapultiert werden, stellen wir schnell fest, wie stark das Online-Leben die Menschen beeinflusst.

Beinahe alle Leute tragen ein Implant im Kopf, das sogenannte Djinni, das es einem ermöglicht, rund um die Uhr mit dem Internet verbunden zu sein. Klingt anstrengend? Ist es auch ... So spielt sich das ganze Internet in dieser Welt direkt vor den eigenen Augen ab, die Leute steuern alles direkt mit ihrem Kopf, wodurch natürlich auch die "echte Welt" mit dieser virtuellen Welt kollidiert.

Das Djinni ist auf jeden Nutzer abgestimmt, es gibt Werbung, egal wohin man tritt und natürlich lässt sich das gesamte Leben über diesen Internetzugang regeln. Dieser technische Fortschritt bringt aber auch Schattenseiten mit sich: Es gibt immer weniger Arbeitsplätze, weil die Technik praktisch alles übernimmt, sei es das Putzen oder aber die Lieferung von Essen.

Klingt erst mal nach einer interessanten Welt? Ja, wäre da nur nicht die fehlende Kritik. In diesem Roman akzeptieren nämlich alle, unsere Protagonistin eingeschlossen, dieses System und deswegen wird auch kaum etwas in Frage gestellt. Vielmehr geht es nun um die Droge "Bluescreen", die dieses ach so tolle Leben bedroht.

Puhh, ich muss sagen, dass ich das Buch fast eine Woche mit mir herumgeschleppt habe und immer gehofft habe, dass jetzt doch noch irgendwas kommt. Die Grundidee mit diesem technischen Fortschritt ist gut, wenn auch nicht neu, aber mir fehlte es hier einfach an einer kritischeren Betrachtung.

Hinzu kommt leider, dass ich mir die Welt kaum im Ganzen vorstellen konnte. Meiner Meinung nach gab es einige Ungereimtheiten bezüglich der verwendeten Technik, aber ich möchte mich hier auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da es leider so gar nicht mein Interessengebiet ist. Ich war beim Lesen an vielen Stellen auf jeden Fall stark überfordert und ich hätte mir echt gewünscht, mehr Erklärungen zu bekommen.

Geschockt war ich, als ich gelesen habe, dass "Bubble Tea" das supercoole Getränk der Zukunft sein soll. Ernsthaft? Ist der Trend um dieses klebrige und ungesunde Zeug nicht längst vorüber? Und warum kleiden sich die Jugendliche in diesem Buch so sonderbar? Und die Frage aller Fragen: Was sollte der Handlungsstrang mit diesem Onlinespiel? Sollte es nur irgendwie das Buch füllen?

Auch Emotionen kann das Buch leider nicht bieten, was noch ein großer Kritikpunkt ist. Die Freunde sind allesamt nicht so recht sympathisch und besitzen überhaupt keinen Hintergrund, weswegen das Gemeinschaftsgefühl bei mir leider nicht aufkam. Die Geschichte ist zwar an einigen Stellen recht spannend, doch die langweiligen Abschnitte überwiegen leider, sodass ich leider überhaupt nicht in den Lesefluss kam. Schade, denn eigentlich hat es Dan Wells echt drauf!




"Bluescreen" wirkte auf mich wie eine wild zusammengewürfelte Zukunftsvision, die leider keine kritische Betrachtungsweise bietet. Der technische Fortschritt steht im Mittelpunkt dieses Romans, der wohl nur von Computerfreaks vollständig verstanden werden kann. Die Geschichte rund um die Droge "Bluescreen" ist spannend, aber die Welt zu einseitig und die Charaktere leider viel zu farblos. Echt schade!



Samstag, 13. Januar 2018

[Rezension] Spiele-Comic Krimi: Sherlock Holmes 02 - Die Moriarty-Akte

Titel: Spiele-Comic Krimi: Sherlock Holmes 02 - Die Moriarty-Akte
Genre: Spiele-Comic
Erscheinungsdatum: 2017
Anzahl der Seiten: 275
Cover und Inhaltsangabe © Pegasus Spiele



Heute stelle ich euch einmal wieder einmal ein Buch der besonderen Art vor. Der erste Teil des "Spiele-Comics" von Pegasus Spiele hat mich im letzten Jahr, in dem ich auch meine große Leidenschaft für Sherlock Holmes entdeckt habe, regelrecht vom Hocker gehauen. Die Idee, einen Comic mit diesem typischen "Abenteuerspielebüchern" zu verbinden, hat mir ausgesprochen gut gefallen und die ganzen Rätsel fand ich kniffelig und überaus genial!

Auffallend ist erst einmal der Zeichenstil: Im ersten Teil war er kindlicher gehalten, im zweiten ist er düsterter und das hat mir eindeutig viel besser gefallen!

An der Seite von Sherlock Holmes und Watson haben wir im ersten Teil vier Fälle lösen müssen, im zweiten Teil sind es zwar nur drei, aber diese sind intensiv und sehr gut konstruiert.

Die Spielmechanik wird im zweiten Teil nur kurz erläutert, es gibt aber dieses Mal kein Tutorial, weswegen ich Anfängern im Bereich der Abenteuerspielebücher empfehlen würde, erst den ersten Teil auszuprobieren.

Wie gehabt können wir uns den Ermittler aussuchen, allerdings gibt es ein großes Highlight in diesem Teil: Ab dem zweiten Teil können wir auch Moriarty, als Sherlocks Erzfeind wählen, der eine besondere Fähigkeit hat: Er kann Leute bedrohen, um ihnen ein Geheimnis zu entlocken!

Ich bin die Fälle zusammen mit meinem Mann angegangen und wir hatten viel Spaß dabei, alles zu rekonstruieren. In der ersten Geschichte haben wir uns für Sherlock Holmes entschieden, der deutlich schwerer ist, da er den Verdächtigen "nur" drei Fragen statt vier stellen darf. Ich bin allerdings so ein großer Fan, das ich einfach in seine Rolle schlüpfen musste.

Der erste Fall hat es hier bereits in sich. Es gibt viele kleine Rätsel, die wir lösen müssen und die uns Stück für Stück der Lösung näher bringen. Außerdem müssen wir in der Rolle des Ermittlers selbst eins und eins zusammenzählen, ganz gleich wie viele Hinweise wir überhaupt gefunden haben! Zusätzlich sammeln wir hier Edelsteine, die uns am Ende noch behilflich sein werden!

Wir müssen sagen, dass die Rätsel hier deutlich schwerer sind als die im ersten Teil. Wir sind auf einige Dinge gekommen, andere Details konnten wir nicht einordnen. Die Stories sind auf jeden auf dem Niveau der Geschichten von Arthur Conan Doyle!

Den zweiten Fall sind wir dann mit Moriarty angegangen, was ebenfalls tierischen Spaß gemacht hat. Hier verlassen wir den Zug, der hier im Zentrum aller Fälle steht, kurz und müssen den Mord am Bankdirektor aufklären. Dieser Fall war auch der einzige, den ich fast vollständig lösen konnte!

Der letzte Fall war dann aber mein absoluter Favorit. Es geht um eine vermisste Prinzessin und auch hier waren wir auf der richtigen Spur, waren dann aber doch überrascht, was die Auflösung angeht. Ich würde sagen, dass die Fälle recht schwer sind, mit einigem Überlegen aber dennoch lösbar. Natürlich kommt es auch hier wieder einmal darauf an, welche Hinweise gefunden werden und was die Verdächtigen einen erzählen!

Hier kommen wir auch zu unserem einzigen Kritikpunkt, der uns aber gerade zu Anfang extrem verwirrt hat: Wiggins. Wer zur Hölle ist Wiggins? Immer wieder wird erwähnt, dass einzelne Dinge nur mit Wiggins gefunden werden können, doch leider treffen wir Wiggins nirgends ... Gerade am Anfang waren wir deswegen so verwirrt, dass wir viele Wege doppelt gegangen sind, um zu schauen, ob wir etwas übersehen haben ... Leider klärt der Verlag erst am Ende auf, dass es sich bei Wiggins um einem Charakter handelt, den sie auf Spielemessen verteilt haben, der also für den normalen Leser erst einmal nicht auffindbar ist ...

Die Sache mit Wiggins war echt schade und hat uns ein wenig verärgert, aber letztendlich hat doch der Spielspaß überwogen und wir freuen uns schon jetzt auf einen weiteren Teil, in dem hoffentlich wieder Moriarty mit dabei ist!



Drei wahnsinnig knifflige Fälle, die wir hier an der Seite von Sherlock Holmes, Watson oder Moriarty lösen müssen. Alle drei Geschichten haben das Niveau der alten Holmes-Stories und haben mich als riesiger Fan absolut überzeugen können. Die Sache mit Wiggins, der für den normalen Leser nicht auffindbar ist, hätte eigentlich einen Abzug verdient, aber ich hatte solch einen großen Spaß und so viele tolle Ratestunden, dass ich dem Verlag dies verzeihe! Weitere Spiele-Comics mit Sherlock Holmes bitte!